"Die sieben Tode der Evelyn Hardcastle" von Stuart Turton
Den Autor Stuart Turton können wir nach der Lektüre seines 600 Seiten starken Buches durchaus als enfant terrible des Kriminalromans bezeichnen. Es ist sein Erstlingswerk und wurde sofort ein großer Erfolg. Turton sprüht vor Phantasie, er liebt es, zu kombinieren, Schachspiel scheint sein Hobby zu sein.
Als Schauplatz der Handlung dient ihm ein altes englisches Schloss mit seinen dichten Wäldern. So, wie wir es in englischen Krimis lieben.
Das Mauerwerk verfällt langsam, die Treppen knarzen, die Vorhänge und die Teppiche sind verschlissen, die Einrichtung alt. Allein das Personal ist lebendig und dynamisch. Es findet sich dort eine feine Gesellschaft ein, geladen zu einem Fest. Nach dem Motto „Cold Case“, kein Opfer ist jäh vergessen, sollte ein 19 Jahre zurück liegender Mord aufgeklärt werden. Gleichzeitig gilt es, den drohenden Mord an der Haustochter Evelyn Hardcastle zu verhindern. Aiden Bishop fällt diese Aufgabe zu. Er wacht jeden Tag aufs Neue auf, jedes Mal im Körper eines anderen Gastes. Und das acht Mal in der Folge. Das ergibt Sinn, denn jeder Gast hat so seinen Charakter und um einen Mord aufzuklären und einen zu verhindern, braucht es die Eigenschaften dieser aller Personen. Es braucht, Beobachtungsgabe, Mut, Verwegenheit, auch Macht und Intelligenz, ja sogar Mitgefühl, um diesen Kriminalfall zu lösen.
Es ist ein Genuss, wenn Turton den Leser in die Lebensabgründe der einzelnen Personen blicken lässt. Und das in einem unglaublich spannenden, seinesgleichen suchenden, wunderbar lebendig geschriebenen Stil.
Das Buch erfordert ganze Aufmerksamkeit des Lesers, es schärft das Gedächtnis und ist prädestiniert sowohl für Krimi- wie auch für Fantasy- Liebhaber.