"Einfach unvergesslich" von Rowan Coleman
Es gibt keinen schöneren Roman als Colemans „Einfach unvergesslich“, der die Krankheit der vaskulären Demenz besser einfangen könnte wie dieser. Claire, um die vierzig, Mutter zweier Töchter von denen eine erwachsen und die andere erst drei Jahre alt ist, erkrankt an Frühdemenz. Sie weiß nicht mehr, wie das Ding heißt, mit dem sie Kaffee umrührt, erinnert sich aber genau an das Wort „Embolie“. Denn genau diese Embolien zerstören ihr Gedächtnis. Die Krankheit schreitet schneller voran als Claire und die Familie es erhofften und die Momente, in denen Claire weiß was sie tut, sind immer weniger. Mit jeder Zeile tauchen wir mehr und mehr in Claires Geschichte ein, und begleiten sie durch ihre Krankheit. Wir folgen ihr, wenn sie einmal durchbrennt und dann nicht mehr weiß, wo sich das Haus mit den roten Vorhängen befindet, das ihr Zuhause ist. Sie weiß plötzlich während der Fahrt nicht mehr, wozu ein Lenkrad da ist. Wir erleben, wie sie um ihre Selbständigkeit kämpft, wie sie sich um ihre Familie bemüht. Das alles ist in einem unglaublich liebevollen und doch absolut realistischen Ton geschrieben, der nichts beschönigt und einem oft den Atem nimmt. Müssen sie auch durch schwere Zeiten hindurch, so halten die Familienmitglieder liebevoll zusammen. Diese Liebe, dieser Zusammenhalt zeigt dem Leser was wichtig im Leben ist. Nur der respektvolle Umgang miteinander schafft es, mit Problemen fertig zu werden. Ein warmer Roman über eine schwere Krankheit der durchaus auch seine humorvollen Seiten hat. Ein Roman über eine Familie, die es geschafft hat, den Menschen Claire so zu lieben wie sie ist und das in jeder Situation.