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03.09.2024

"James" von Percival Everett

Buchcover "James"
Buchcover "James"

Der mit vielen Literaturpreisen ausgezeichnete amerikanische Schriftsteller Percival Everett schuf mit „James“ eine Art Fortsetzung von „Tom Sawyer und Huckleberry Finn“. Der Roman erzählt gleichwohl eine selbstständige Geschichte, gänzlich unabhängig von Mark Twains Werk. Übernommen sind nur der Ort des Geschehens und die Figuren des Sklaven James und Huckleberry Finn.

Die strenge Miss Watson plagen finanzielle Sorgen. Deshalb soll der schwarze Sklave Jim, wie die Weißen James nennen, weiterverkauft werden. Um dem Handel zu entgehen, flieht James. Er will sich nach Norden und in die Freiheit durchkämpfen. In der Freiheit will er sich eine neue Existenz aufbauen, Geld verdienen und dann seine Frau und Tochter nachholen. Zu ihm gesellt sich Huckleberry Finn, der selbst vor der strengen Miss Watson flieht. Doch die Flucht gestaltet sich schwieriger als gedacht und erhofft. Gemeinsam müssen sie viele abenteuerliche und brenzlige Situationen meistern. Der erste Teil der Geschichte ähnelt dem Abenteuerroman „Der Fluss“ von Peter Heller. In der zweiten Hälfte wird das erschütternde Elend der schwarzen Sklaven in Süden der USA beschrieben. An dieser Stelle wird der Leser in seine Bahn gezogen.

Mir persönlich erschien die ganze Geschichte etwas sanft geraten. Das Leben der Sklaven ist etwas oberflächlich beschrieben und nur punktuell dargestellt. Viele Probleme, denen die Protagonisten begegnen, werden gelöst, ohne dass der Leser immer nachvollziehen kann, woher die Lösung kam. Der Schluss ist ein schneller Akt. Es entsteht der Eindruck, Everett hätte es eilig gehabt, die Geschichte zu beenden.

Der Roman wurde in Buchbesprechungen und Literatur-Podcasts viel gelobt. Er schaffte es auf die Spiegelbestseller-Liste. Deshalb ist es am besten, Sie lesen das Buch (336 Seiten) und bilden sich ihre eigene Meinung.

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