"Paradise Garden" von Elena Fischer
„Paradise Garden“ heißt der große Eisbecher, den sich die 14-jährige Billie in der Eisdiele bestellt. An diesem besonderen Tag bekommt sie auch ein wunderschönes Kleid mit Sonnenblumenknöpfen und einen Badeanzug mit der Aufschrift „Beware of the Shark“.
„Paradise Garden“ heißt der Debütroman der jungen Schriftstellerin Elena Fischer. Gleich am Anfang erfahren wir, dass Billies Mutter gestorben ist. Mit diesem Wissen begleiten wir Billi und ihre Mutter Marika durch die Geschichte, bis aufgeklärt wird, wie es zu dem Tod kam. Die beiden wohnen am Rande einer Stadt in einer Hochhaussiedlung. Ganz in der Nähe verläuft die Autobahn und die Wellen des Lärms kommen und gehen wie die Wellen des Meeres. Einmal ans Meer zu fahren, das wünschen Billie und Marika sich vom ganzen Herzen. Obwohl Marika tagsüber in einer Firma als Reinigungskraft tätig ist und abends in einer Bar als Bedienung arbeitet, reicht das Geld gerade zum Überleben. Am Ende des Monats gibt es auf der Speisekarte nur noch Spaghetti mit Tomatensoße. Auch wenn sie kaum Geld haben, so versteht es Marika ihrer Tochter ein warmes Zuhause zu geben. Sie ist liebevoll, herzlich, humorvoll. Vor allem hat sie wunderbare Einfälle, um Billie den Alltag zu verschönern. Weil sie nicht in die Ferien fahren können, stellen sie zwei Liegestühle in den Hausflur, ziehen ihre Badeanzüge an und trinken Orangeade mit dem Strohhalm. Es ist ein schönes Zusammenleben von Mutter und Tochter und der Leser taucht tief in diese Harmonie ein.
Eines Tages kommt Billies Oma aus Ungarn zu Besuch. Sie bringt Missklang in diese Harmonie. Dabei will sie nur Gutes und versucht ihre Liebe durch das Kochen ungarischer Gerichte zu zeigen.
Als Mutter stirbt und Billie allein mit Oma zurückbleibt, beschließt sie, ihren Vater zu suchen.
Die Geschichte, die Menschen darin, von denen jeder einzelne seine Eigenheiten hat und auf seine besondere Art liebenswürdig ist, ist wahrhaftig sehr bezaubernd und berührend.