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25.06.2024

"Serge" von Yasmina Reza

Buchcover "Serge"
Buchcover "Serge"

Serge ist der Bruder von Jean, dem Erzähler der Geschichte und er ist auch die Hauptperson des Romans. Im Ganzen geht es um die Familie und deren Unpässlichkeiten. Es wird sich gezankt, offen gestritten und wieder versöhnt. Wobei so mancher Streit ein Erdbeben auslöst und Trümmer hinterlässt. Die Geschwister Jean, Serge und Nana sind grundverschieden und auch ihre Lebenswege sind es. Und sie alle drei sind Suchende. Während Nana eine heile Familie mit ihrem Mann und Sohn zu schaffen versucht, taumelt Serge von einem Lebensentwurf zum anderen. Der Jean folgt seinem Bruder, wie sein Schatten. Oft vom Weltschmerz getrieben, findet er es nicht ganz abwegig bestimmte Seelenzustände rein elektrochemischen Kombinationen zuzuschreiben. 

In diese ganze Familienkonstellation betet die Autorin deren Besuch in der Gedenkstätte des Konzentrationslagers Auschwitz. Hier wird ganz deutlich wie unterschiedlich wir Menschen mit der Geschichte umgehen. Die einen, die in echter Betroffenheit in sich gehen, sie stehen neben denen, für die es selbstverständlich ist überall Selfies zu machen und die den Alltag in das Gedenken einbeziehen. Dann ist hier auch Serge, der das Ganze nicht sehen will. Er meint, heute könne sich keiner mehr vorstellen durch welche Qualen die Menschen in den Vernichtungslagern gegangen sind.

Rezas Beschreibungen der Familie, deren Zusammenkünfte, deren Streitereien sind voll von verstecktem Witz und Zweideutigkeiten. Sie ist Meisterin der Dialoge und zeigt perfekt wie schnell die Menschen im Gespräch die Themen wechseln können. Da kommt auch der Leser manchmal schwer mit und wie Wunder, er findet sich selbst darin.

„Glücklich die Glücklichen“ ist ein weiterer Titel von Yasmina Reza, den Sie in der Bücherei finden können.

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