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04.06.2024

"Wie sterben geht" von Andreas Pflüger

Buchcover "Wie sterben geht"
Buchcover "Wie sterben geht"

Spionage und Gegenspionage auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges. Auf der Glienicker Brücke, zwischen Potsdam und Berlin, ist alles bereit für einen Agentenaustausch. KGB-Offizier Kukura (Deckname Pilger) soll gegen den Sohn eines Politbüromitglieds ausgetauscht werden. Die einzige Person, die Kukura alias Pilger identifizieren kann, ist seine ehemalige Verbindungsoffizierin Nina Winter. Und dann beginnt das Inferno. Die Brücke fliegt in die Luft, die zwei Agenten sind verschwunden, (tot?), und Nina Winter kämpft im eiskalten Wasser um ihr Leben. Die Ereignisse werden zu einer Frage von Krieg und Frieden zwischen den Supermächten.

Andreas Pflüger arbeitete an seinem Roman, als Russland im Februar 2022 die Ukraine überfiel. Ganz kurz überlegte er seine Arbeit abzubrechen. Dann entschied er sich weiterzumachen. Die Parallelen zwischen heute und den Achtzigerjahren sind zu drängend.

Die Schilderungen der Ereignisse auf der Brücke unterbricht Andreas Pflüger mit einer Rückblende. Nina Winter ist Analystin beim BND und wertet Spionage-Informationen aus. Eine Schreibtischagentin. Bis man ihr mitteilt, dass Pilger, der geheimnisvolle Moskauer Top-Agent des BND, den niemand von Angesicht zu Angesicht kennt, seine weitere Zusammenarbeit von ihr abhängig macht. Er will Nina als Verbindungsführerin, sonst keine. Es ist die Chance ihres Lebens.  Sie sagt zu und erhält einen Agentencrashkurs; vom Annehmen einer neuen Identität über die Nutzung toter Briefkästen, das Bemerken und Abschütteln von Beschattungsteams bis hin zum Gebrauch von Waffen. Allerdings ist sie jetzt in einer Geheimhaltungsstufe, die offiziell nicht einmal existiert. Und sie ahnt nicht, welcherart Gegner sie in Moskau beim KGB haben wird…

‚Wie Steben‘ geht ist ein Agentenroman vom Feinsten. Klug, herausfordernd und im besten Sinne atemlos zu lesen. Wüsste ich es nicht besser, würde ich meinen, ich hätte ein Buch des Großmeisters John le Carré in den Händen.

Das Nachwort des Buches beendet der Autor mit den Sätzen: »Beim Schreiben hätte ich mir gewünscht, es gäbe weniger Analogien zwischen dem heutigen Russland und der damaligen Sowjetunion. Putin ist beides: Eine Hofschranze der Lubjanka und der Mann, der den KGB wieder an die Macht brachte. Es wirkt nur auf den ersten Blick bizarr, dass er sich als Erben der Romanows sowie der sowjetischen Herrscher sieht. Das ist er tatsächlich. So verblendet, grausam, gottlos und lächerlich.«

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