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25.06.2024

"Zur See" von Dörte Hansen

Buchcover "Zur See"
Buchcover "Zur See"

Dörte Hansens Roman „Zur See“ fängt an mit einem Gedicht von Stevie Smith: „Not Waving but Drowning“. In deutscher Übersetzung heißt es: „Nicht am Winken, sondern am Ertrinken“. Es handelt von einem Mann, der am Ertrinken ist, während die Spaziergänger am Strand seine Handbewegung als Winken deuten. Ein Missverständnis.

Urlaub machen auf einer Nordseeinsel klingt vielen nach Erholung und Entspannung. Hansen zeigt uns hier das Leben der Inselbewohner, die den meisten Urlaubern unbekannt ist. In frühen Jahren waren sie Seemänner, Harpunierer. Steuermänner, Kapitäne und jagten im Nordpolarmeer. Die Zäune um ihre Häuser bauten sie nicht aus Holz, sondern aus Kieferknochen eines Grönlandwals. Heute ist Ihr Leben in Umbruch. Ein Teil passt sich den neuen Verhältnissen an und freut sich auf die Sommertouristen. Andere wiederum leben in der Vergangenheit. Hansen erzählt uns deren Geschichte so einprägsam, dass die Figuren in uns lebendig werden. Es gibt allerlei kauzige Typen auf der erdachten Insel, die stellvertretend für alle Nordseeinseln steht. Da ist der schöne Inselpastor mit der Gabe, Menschen zu begeistern, sie zum Glauben zu verführen und der seine Eheprobleme nicht zu lösen vermag. Da ist Klara Loof eine betagte Dame, die alle Angehörigen verloren hat und doch jeden Tag für sie kocht; oder die starke Hanne Sander die Zimmer an Touristen vermietet und ihr kleines Stück Land liebt. Wir begleiten Hannas Sohn Ryckmer, den Fährmann, der die alten Sagen über die Seemänner kennt und sie wunderbar erzählen kann, ihre Tochter Eske, die das Leben liebt und weg von der Insel will und ihren Sohn Henrik, dem das letzte Kapitel mit dem Titel „Not Waving but Drowning“ gewidmet ist.

Lassen Sie sich in diese Welt entführen

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