Sprungziele
Seiteninhalt
09.01.2025

Buchtipp von Helmut Törner-Roos

"Pi mal Daumen" von Alina Bronsky 
Buchcover "Pi mal Daumen"
Buchcover "Pi mal Daumen"

Stellen Sie sich vor, Sie sind auf einer Party. Neben ihnen sind noch 23 weitere Personen anwesend. Dann schlägt Ihnen eine Wette vor: Wenn mindestens zwei der anwesenden Personen am selben Tag Geburtstag haben, schulden Sie ihm zehn Euro. Haben alle an einem anderen Tag Geburtstag, gibt er Ihnen zehn Euro. Schlagen Sie ein?

Wenn Sie derart mathematische Knobeleien mögen, ist es das richtige Buch für Sie (im Buch finden Sie die Lösung). Aber für alle anderen auchJ

In einem Hörsaal der mathematischen Fakultät treffen zu Beginn des Semesters zwei denkbar verschiedene Kommilitonen aufeinander. Der Ich-Erzähler Oscar, 16, mit Adelstitel, aus reichem Hause, menschenscheu mit sozialen Defiziten, ein mathematisches Wunderkind. Ganz anders Moni Kosinski, 54, eine Tochter und drei Enkel und drei Nebenjobs. Mit dem Studium will sie sich einen langgehegten Traum erfüllen. Sie begegnen sich im Hörsaal. Moni mit hohen roten Schuhen, knalligem Lippenstift und Leopardenmuster wird erst einmal als eine Mitarbeiterin der Mensa oder als Putzfrau wahrgenommen.

Bald muss nicht nur Oscar feststellen, dass Monis Verstand und Beharrlichkeit größer sind als ihre Wissenslücken. Denn Mathematik schert sich nicht um Fragen der Herkunft, des Alters und des Aussehens. Oscar dagegen kämpft mit dem Alltag und findet ausgerechnet in der warmherzigen Moni eine Vertraute, die seinem Leben eine entscheidende Wendung gibt. Bald verbindet die beiden Außenseiter eine Freundschaft, die niemand für möglich gehalten hätte. 

Der Roman wird aus der Sicht von Oscar erzählt. Durch sein zunehmendes Interesse am familiären Hintergrund von Moni lernt er ihre chaotische Familie kennen, die Moni ganz in Beschlag nimmt.  Oscar zeichnet sich zur besseren Übersicht einen Stammbaum, der auf den Vorsatzseiten des Buchs abgebildet ist. Daneben wird erzählt wie die beiden mit allen Höhen und Tiefen ihren Weg durch die ersten zwei Semester machen.

Alina Bronsky kann sich – wie auch in ihren anderen Büchern – tolle Figuren ausdenken. Schräge, besondere Typen, die sie liebevoll beschreibt und charakterisiert. Sie schreibt pointiert, mit viel Humor und sehr flüssig. Ich habe das Buch an zwei Tagen ausgelesen.

Ein kleines Buch, ohne viel Tiefe, doch recht unterhaltend – auch für LeserInnen, die mit Mathematik nicht viel anfangen können.

…ach ja, das Buch gewann im Oktober 2024 den Bücherclinch!

Sie können sich die Diskussion um das beste Buch auf dem YouTube-Kanal des Medientreffs ansehen. Geben Sie einfach im Suchfeld „BücherClinch“ ein.

YouTube: @medientreffrodenbach6594

Viel Vergnügen

Seite zurück Nach oben