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22.07.2025

Buchtipp von Helmut Törner-Roos

"Das große Spiel" von Richard Powers

Buchtipp: Das Große Spiel
Buchtipp: Das Große Spiel

Wenn ein Buch es schaffen kann, etwas vom Wunder und der Schönheit des Lebens begreiflich zu machen, dann dieses.

Die eigentliche Hauptfigur des Romans ist der Ozean, die Tiefsee mit ihrem vielfältigen Leben, die seit mehreren Milliarden Jahren existierte, bevor Leben auf dem Land entstand.

In großem Detailreichtum, manchmal fast schon poetisch, vermag Powers mir diese Welt unter Wasser zu erschließen.

Die vier Protagonisten des Romans sind auf vielfältige Weise miteinander und alle irgendwie mit dem Meer verbunden.

Ina, die Künstlerin, die aus Müll von paradiesischen Stränden Skulpturen entwirft, Evelyne, deren Mission es ist, die Tiefsee zu erforschen, der Multimilliardär Todd, der an einen der Tech-Oligarchen aus dem Silicon Valley erinnert und Rafi, der schwarze Büchernarr, Lehrer, Autor und Poet.

Rafi und Todd kommen aus unterschiedlichen Milieus und lernen sich auf der Jesuitenschule kennen.

Zunächst spielen sie Schach, später tagelang und voller Leidenschaft Go, diskutieren über Leben und Tod.

Als Rafi die Künstlerin Ina kennen und lieben lernt, trennen sich ihre Wege.

Todd baut eine Social-Media-Plattform (‚Playground‘ – so auch der Titel des amerikanischen Originals) auf und wird zu einem der reichsten Menschen des Landes.

Gleichzeitig erkrankt er an einer seltenen Form der Demenz.

Der Roman endet mit einem Clou – wie genau sei hier nicht verraten.

Viele Jahre später treffen sie sich alle auf Makatea, einem Atoll im Pazifik.

Dort leben nur noch knapp 100 Menschen, darunter Rafi und Ina und deren Kinder und die mittlerweile 92 jährige Ozeanologin Evelyne.

Noch immer unternimmt sie regelmäßig Tauchgänge in die bunte Unterwasserwelt.

Auch Todd kommt dort an, kurz vor seinem Tod…

Richard Powers behandelt in diesem Roman viele Themen: Künstliche Intelligenz, Klimawandel, Feminismus, Rassismus und Ozeanographie.

Vor allem aber fragt er nach dem Verhältnis von Mensch und Natur und Technologie.

Man begreift die Schönheit und Gefährdung der Natur, ahnt etwas von den Möglichkeiten der KI und deren möglichen Abgründen.

Das Buch ist ein großer Lesegenuss - am Ende legt man es zur Seite, ist berührt und doch voller Sorge.

Helmut Törner-Roos

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