Sprungziele
Seiteninhalt
20.02.2026

Buchtipp von Helmut Törner-Roos

Heinz Strunk: Es ist immer so schön mit dir

Buchtipp Strunk
Buchtipp Strunk

Heinz Strunks Roman „Es ist immer so schön mit dir“ enthält eine aparte Mischung aus Humor, Trostlosigkeit und scharfem Blick auf menschliche Schwächen.

Im Zentrum steht der 49-jährige Musiker Thorsten, ein eher unscheinbarer Mann.

Zwischen mäßig erfolgreichen Auftritten, belanglosen Bekanntschaften und der Angst vor dem Älterwerden scheint sein Leben langsam zu versanden.

Als er die impulsive, exzentrische und deutlich jüngere Vanessa kennenlernt, glaubt er, einen Ausweg gefunden zu haben – eine letzte Chance auf Leidenschaft, Nähe und Bedeutung.

Mit knappen Sätzen und dialogischen Szenen zeichnet Strunk das Porträt einer Beziehung, in der Leidenschaft, Ernüchterung und Selbsttäuschung unentwirrbar ineinanderfließen.

Dabei verzichtet Strunk auf jede moralische Einordnung.

Er zeigt, wie zwei Menschen einander brauchen und zugleich das Leben schwer machen – ohne Pathos, aber mit erbarmungsloser Genauigkeit.

Die Katastrophe spielt sich nicht in großen Szenen ab, sondern im Alltäglichen – in SMS, Schweigen, Verabredungen, Missverständnissen.

Die Dialoge wirken authentisch und treffen die Töne des modernen Beziehungslebens.

Dabei gelingt es Strunk, den Schmerz und die Einsamkeit Thorstens mit großem Verständnis zu schildern.

Müsste ich dem Roman eine Überschrift geben, so lautete die: Die Tragik im Alltäglichen.

Thorsten ist ein Mann, der sich nach Nähe sehnt und doch immer wieder an sich selbst und seinen Illusionen scheitert.

Vanessa bleibt dabei Projektionsfläche und Rätsel zugleich – Symbol für eine Liebe, die er manchmal erlebt, aber häufiger erträumt.

Es ist immer so schön mit dir ist ein schonungsloser Roman über Selbsttäuschung und emotionale Abhängigkeit – komisch und traurig zugleich.

Strunk gelingt das Kunststück, seine Figuren weder zu verspotten noch zu verklären. Am Ende bleibt Thorsten leer zurück, und ich mit ihm…

Seite zurück Nach oben