Gemeinsam für den Erhalt des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes in Bruchköbel
Liebe Mitbürgerinnen,
liebe Mitbürger,
die geplante Schließung des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes in Bruchköbel erfüllt viele Kommunen im westlichen Main-Kinzig-Kreis mit großer Sorge. Auch ich sehe die Entwicklung äußerst kritisch und habe deshalb eine entsprechende Resolution in die Gemeindevertretung eingebracht, die auf einer gemeinsamen Resolution der Bürgermeisterdienstversammlung vom 12. Mai basiert.
Mir ist wichtig, ein klares Signal an die Kassenärztliche Vereinigung Hessen zu senden und mich gemeinsam mit den Kommunen der Region für den Erhalt einer wohnortnahen medizinischen Versorgung einzusetzen. Die Sicherstellung einer verlässlichen medizinischen Versorgung gehört für mich zur öffentlichen Daseinsvorsorge. Gerade deshalb dürfen funktionierende Strukturen nicht leichtfertig infrage gestellt werden.
Bereits heute arbeiten viele Hausarztpraxen, Bereitschaftsdienste und Notaufnahmen an ihrer Belastungsgrenze. Ein weiterer Abbau wohnortnaher Versorgungsangebote würde zwangsläufig zu längeren Wegen, längeren Wartezeiten und einer zusätzlichen Belastung der Krankenhäuser sowie des Rettungsdienstes führen. Besonders vor dem Hintergrund des zunehmenden Ärztemangels und einer älter werdenden Bevölkerung halte ich eine weitere Schwächung regionaler medizinischer Strukturen für das falsche Signal.
Kritisch sehe ich außerdem, dass die betroffenen Kommunen im Vorfeld offenbar weder frühzeitig informiert noch aktiv in Gespräche eingebunden wurden. Gleichzeitig erleben wir derzeit an vielen Stellen Bemühungen, die ambulante und stationäre Notfallversorgung besser miteinander zu verzahnen und die Krankenhäuser gezielt zu entlasten. Vor diesem Hintergrund erscheint die Diskussion um eine Schließung des Bereitschaftsdienstes in Bruchköbel nur schwer nachvollziehbar.
Die Resolution fordert daher, die geplante Schließung auszusetzen, die Entscheidungsgrundlagen transparent offenzulegen und gemeinsam mit den betroffenen Kommunen sowie regionalen Akteuren tragfähige Lösungen für eine dauerhafte ambulante Notdienstversorgung zu entwickeln.
Besonders freue ich mich darüber, dass es gelungen ist, die Resolution in Rodenbach gemeinsam mit den Fraktionen von SPD, CDU, Bündnis 90/Die Grünen und FDP in die Gemeindevertretung einzubringen. Dieses fraktionsübergreifende Vorgehen ist ein starkes Signal und zeigt, dass bei diesem wichtigen Thema die gemeinsame Verantwortung für die Menschen in unserer Region im Vordergrund steht.
Auch wenn die Resolution zunächst von Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern aus dem westlichen Main-Kinzig-Kreis unterzeichnet wurde, teilen viele Kommunen die Sorge, dass die Diskussion um den Standort Bruchköbel Teil einer weiteren Zentralisierung medizinischer Versorgungsstrukturen werden könnte.
Ich setze deshalb weiterhin auf einen offenen und konstruktiven Dialog mit der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen und fordere eine frühzeitige Einbindung der betroffenen Städte und Gemeinden in alle weiteren Entscheidungen.
Ihr
Klaus Schejna
Bürgermeister